Starthilfe in der Achtsamkeit
Übungen zum Sofort-Mitmachen, können hier und jetzt ausprobiert werden:

(Quelle: Auszüge aus dem Buch von Karl Schmied: "Kein Weg - nur Schritte", Theseus Verlag)

Die Übung der Glocke der Achtsamkeit

Horch, horch!
dieser wunderbare Klang
bringt mich zurück
zu meinem wahren Selbst.
 

Die Achtsamkeitsglocke ist die Stimme Buddhas, eines erwachten, vollendeten Menschens, die uns zu uns selbst zurückruft. Wenn wir sie hören, atmen wir sehr bewußt drei bis vier mal und kehren in das "Hier und Jetzt" zurück.

Wir hören wieder den Wind, den Gesang der Vögel und alle Alltagsgeräusche, sehen Farben und Formen intensiver, lassen uns neu mit einer friedvolleren und entspannteren Haltung auf die jeweilige Situation ein. Auch Kirchenglocken, Polizeisirenen und viele andere Geräusche wie zum Beispiel das Telefonläuten, die unsere Aufmerksamkeit erregen, können wir zur Glocke der Achtsamkeit erklären.

Eine Uhr auf meinem Schreibtisch erinnert mich alle Viertelstunden mit Glockentönen daran zum bewussten Atmen zurückzukehren. Das Telefon dreimal läuten lassen gehört zu meiner sehr wirkungsvollen Übung. Ich atme in dieser Zeit, um dann achtsam und freundlich mit meinem Gesprächspartner (ob Freund oder unangenehmer Zeitgenosse) in Kontakt zu treten. Lächelnd und entspannt den Hörer abzunehmen ist eine wunderbare Übung, jederzeit gut bei sich zu bleiben.

Gerade während schwieriger Situationen im familiären, beruflichen oder gesellschaftlichen Umfeld hat sich die Glocke der Achtsamkeit und das "zu sich nach Hause gehen" und bewusst zu atmen ausserordentlich bewährt. So oft wie möglich bei sich zu Hause und nicht "ausser sich" zu sein ist das Ergebnis dieser Praxis. Sie ermöglicht uns, die achtsame Präsenz weitgehend zu bewahren.